Letzte Änderung, am 08.02.2009

Ein seltener Mini Magnetzündergenerator von Ducati, wird kostengünstig wiederbelebt!


Dieser kleine rechtsdrehende 6 Volt 17 Watt Magnetzündergenerato r wurde in den 70er Jahren an Morini Mopeds verbaut, leider beträgt der Innendurchmesser vom Polrad nur 78,6 mm, folglich sind auch die Spulen viel kleiner wie handelsübliche Bosch oder Ducati Komponenten. Weil bei diesem Exemplar vor der Instandsetzung die Zündspule und auch die Lichtspule defekt waren, findet man dafür kaum noch passende Original Ersatzteile. Vor ca. 2 Jahren beobachtete ich bei einem Teilemarkt einen Kunden, welcher eine ähnliche aber neu gewickelte Zündspule erwerben wollte, Der Verkäufer (ausnahmahmsweise kein schmieriger Schrotthändler), wollte dafür stolze 140.- Euro nehmen, was dem Kunden damals zu teuer war. Werden exotische Zündspulen wirklich fachgerecht repariert, sind vergleichbare Preise für handwerkliche Dienstleistungen auch gerechtfertigt, allerdings sind manchmal alte Mopeds im unrestaurierten Rohzustand erheblich weniger Wert.

Handwerklich begabte Bastler welche keinen all zu großen Wert auf absolute "Originoolität" legen, können das auch kostengünstig lösen und sind später nicht mehr auf exotische Trümmer angewiesen. Weil die Zündspule noch über einen stabilen Spulenkörper aus Pertinax verfügt, kann man die Wicklung problemlos herunterstemmen und den leeren Spulenkörper später mit einer primären Zünderregerwicklung, für handelsübliche aussenliegende Zündspulen bewickeln. Zum fachgerechten verlegen von Lagenwicklungen mit wenigen hundert Windungen, empfehle ich die Anfertigung eines einfachen Verlegewerkzeuges mit Handkurbel. Der Zünderregerstrom soll bei mittleren Motordrehzahlen ungefähr 2 Ampere betragen und dafür braucht man auch eine annähernd passende Windungszahl. Als groben Annäherungswert kann man für solche Fälle die Lichtspule bei unterschiedlichen Drehzahlen messen und deren Ampere/Windungszahl dafür umrechnen. Weiters soll man auch die Windungszahl an der Primärwicklung von der defekten Zündspule zählen und mit den gemessenen bzw. errechneten Ergebnissen vergleichen.

Also machen wir Nägel mit Köpfen und errechnen für die Lichtspule eine Ampere/Windungszahl von 2 Ampere, bei 5000 Upm. Die bereits reparierte Lichtspule ist mit 190 Windungen Cul. 0,75 bewickelt und erzeugt bei 5000 Upm 2,46 Ampere, an 6 Volt 16 Watt Lampenlast. Nach der Schlußrechnung 2,46 Ampere mal 190 Windungen, beträgt die Ampere/Windungszahl 467,4. Dividiert man dieses Ergebnis durch die erwünschten 2 Ampere, kommen dabei 233,7 Windungen heraus. Weil aber die Zündspule über weniger und kleinere Blechlamellen als die Lichtspule verfügt, wird damit auch geringfügig weniger Strom erzeugt. Die originale Primärwicklung der defekten Zündspule war mit 206 Windungen, 0,42 mm Kupferlackdraht bewickelt, folglich liegen wir im Bereich zwischen 206 bis 233 Windungen goldrichtig. Ich wählte etwas dickeren Kupferlackdraht mit 0,80 mm und verlegte 6 Wicklungslagen mit insgesamt 228 Windungen, was 38 Windungen pro Lage entspricht. Auf den Spulenkörper hätte ich auch 7 Lagen mit 0,95 mm dicken Kupferlackdraht mit ebenfalls ca. 230 Windungen untergebracht, war aber in diesem Fall nicht zwingend nötig.

Defekte Spulen und Kondensatoren kann man sehr zuverlässig mit einem RLC Meter überprüfen, welches über mindestens zwei umschaltbare Messfrequenzen verfügt. Dieses kostengünstige Profi Gerät ist dafür sehr gut geeignet und kann am zweiten Display beispielsweise auch den Scheinwiderstand (Impedanz) von Kondensatoren anzeigen. Leiden Spulen an Windungsschlüssen, erkennt man das bei der höheren Messfrequenz, durch die erheblich niedrigere Induktanz. Besitzt man noch kein geeignetes Messgerät, erkennt man manchmal Wicklungsschäden im Anfangstatus auch bei genauen Sichtkontrollen, aber leider nicht immer. Auf den ohmschen Innenwiderstand von Wicklungen soll man sich keinesfalls verlassen, der unterscheidet sich zwischen defekten und intakten Spulen oft nur geringfügig und kaum messbar. Seltene Flansch Kondensatoren welche früher oft von Ducati verbaut wurden, kann man auch gegen herkömmliche impulsfeste Folienkondensatoren ersetzen. Bei Verwendung von außenliegenden Zündspulen, soll man sie in der Nähe der Primärwicklung oder direkt neben die Zündspule montieren. Im Limagehäuse findet sich erfahrungsgemäß kaum Platz für alternative Kondensatoren.